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Berufsverbot für kritischen Mitarbeiter Hamburg / KZ-Gedenkstätte Neuengamme KZ-Gedenkstätte
Neuengamme: Berufsverbot für kritischen Mitarbeiter
Samstag,
31. Mai, 2008
Mai 2008
KZ-Gedenkstätte
Neuengamme:
Berufsverbot
für kritischen Mitarbeiter
Solidaritätserklärung
des Teams der freien Museumspädagog/innen an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Seit
Oktober 1981 besuchten über 1 Millionen Menschen das Gelände und die
Ausstellungen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Die weitaus meisten von ihnen
waren und sind Schulklassen, die von gut ausgebildeten und engagiert tätigen
Menschen pädagogisch betreut werden. Mit den 1995 und zuletzt 2005 neu
eingerichteten Ausstellungen zur Geschichte des KZ Neuengamme und seiner Nachgeschichte
und nicht zuletzt aufgrund der erfolgreichen pädagogischen Arbeit stieg die
Zahl der Besucher/innengruppen kontinuierlich an.
Den
Erfordernissen einer pädagogischen Betreuung insbesondere der Schulklassen wird
seit nun schon über zehn Jahren ein Team von Museumspädagog/innen gerecht, die
in freier Mitarbeit historische Hintergründe, die Geschichte des Ortes und der
Häftlinge vermitteln. Das Team der Freien in Neuengamme setzt sich dabei aus
unterschiedlichen Menschen zusammen, wodurch eine abwechslungsreiche, spannende
und intensive politische Bildungsarbeit ermöglicht wird, die zur Entwicklung
demokratischer Werte wie Respekt, Autonomie und Solidarität beiträgt und damit
die Freiheit des Denkens, der Meinung und der Rede stützt.
Die
KZ-Gedenkstätte Neuengamme hat sich nun dafür entschieden, auch einen
Berufssoldaten der Bundeswehr als freien Museumspädagogen zu beschäftigen. Das
Team der freien Museumspädagog/innen hält dies für bedenklich und äußerte daher
mehrfach den Wunsch, diese Entscheidung unter Einbeziehung des internationalen
Häftlingsverbandes Amicale Internationale KZ Neuengamme und der
Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V. mit den Verantwortlichen der
KZ-Gedenkstätte Neuengamme zu diskutieren. Dieser Wunsch wurde bislang stets
zurückgewiesen.
Als
Reaktion auf die monatelange Verweigerung einer Diskussion über die
Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und den Einsatz eines Soldaten in der
Museumspädagogik, und aufgrund der Weigerung der Gedenkstätte, die Verbände der
ehemaligen Häftlinge und ihrer Angehörigen an einer solchen Diskussion zu
beteiligen, lehnte es nun einer der freien Mitarbeiter vorerst ab, weiterhin
selbst Bundeswehrgruppen pädagogisch zu betreuen. Diese zeitweise Ablehnung des
seit neun Jahren überaus erfolgreich für die KZ-Gedenkstätte tätigen Pädagogen,
der sich außerordentlich großer Wertschätzung seitens der die Gedenkstätte
besuchenden Schulklassen und Lehrkräfte erfreut, beantwortete die
Gedenkstättenleitung mit dem Verzicht
auf die weitere Mitarbeit . Es wurde die sofortige Sperrung des Kollegen beim
für die Vermittlung von Führungen zuständigen Hamburger Museumsdienst
veranlasst. Das kommt einem Maulkorb für freie Mitarbeiter/innen gleich und
bedeutet eine empfindliche Beschädigung der Möglichkeit zur politischen
Auseinandersetzung
an einem Ort, an dem die Notwendigkeit, kritische Fragen zu stellen, größer
nicht sein könnte.
Wir
solidarisieren uns mit unserem Kollegen, fordern von der KZ-Gedenkstätte
Neuengamme die sofortige Aufhebung seiner Sperrung sowie die Einbindung der
Häftlingsverbände in notwendig zu führende Gespräche über die Gedenkpolitik und
den Einsatz eines aktiven Soldaten als freiberuflichen Museumspädagogen und
Repräsentanten der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.
Auf erste
Proteste des Teams der freien Museumspädagog/innen ist von den Verantwortlichen
der KZ-Gedenkstätte für den 11. Juni ein Gesprächstermin anberaumt worden. Nach
diesem Gespräch wird klar sein, welchen Weg die KZ-Gedenkstätte Neuengamme
hinsichtlich ihres politischen Bildungsauftrages und mit ihrer pädagogischen
Arbeit künftig gehen wird und welche Art des Umgangs mit den Häftlingsverbänden
und mit kritischen und engagierten Mitarbeiter/innen sich dort etablieren wird.
Das Team
der freien Museumspädagog/innen an der KZ-Gedenkstätte
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- Archiv -
Presseerklärung v. Bad Weather : Januar 2004
AntifaschistInnen der BAD WEATHER Gruppe und FreundInnen verhinderten am Abend des 3.2. 2004 eine Veranstaltung aus dem Begleitprogramm der Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht -Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941 – 1944“. Die Veranstaltung wurde von der KZ Gedenkstätte Neuengamme organisiert und trug den Titel „’Leben mit dem Massengrab’- werden Bundeswehrsoldaten auf psychische Belastungen bei Auslandseinsätzen vorbereitet.“ An dieser Veranstaltung nahmen auch eine ganze Reihe von hochrangigen Bundeswehroffizieren teil. Weiter zur Presseerklärung >>>
Text eines Bad Weather Flugblatts aus KONKRET : Februar 2004
Es sollte knapp 60 Jahre und zwei Wehrmachtsausstellungen dauern, bis die 55.000 ermordeten KZ-Häftlinge von Neuengamme als Material für psychotherapeutische Zwecke der Nachfolgeorganisation der Wehrmacht eingesetzt werden konnten. Am heutigen Abend soll in Hamburg, unter dem Titel: "Werden Bundeswehrsoldaten auf psychische Belastungen bei Auslandseinsätzen vorbereitet? -'Leben mit dem Massengrab'" darüber diskutiert werden, inwieweit Bundeswehrsoldaten auf die "zunehmenden Auslandseinsätze" vorbereitet werden (Dokumentation am Ende dieses Fugblatts). Weiter zum Text >>>
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